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Domäne Stolzenau-Leese

Adresse

an der B441
31592 Stolzenau
Telefon: 05021 967351
Website: www.kreis-ni.de

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Weitere Informationen

Teiche und Seen aus ehemaligem Kiesabbau bestimmen heute den Landschaftsausschnitt in der Weserschleife zwischen Stolzenau und Leese. Aufgrund seiner landesweiten und internationalen Bedeutung für den Artenschutz wurde er in einer Größe von 248 ha als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Ähnlich wie das international bedeutende Feuchtgebiet an der Staustufe Schlüsselburg sind die Wasserflächen und Wiesen ein wichtiges Überwinterungsquartier für gefährdete nordische Wasservögel. Auch weiter ziehende Vögel, die sich an der Weseraue als Leitlinie orientieren, ruhen hier und nehmen Nahrung auf, bevor sie die Mittelgebirgsstufe in Richtung Süden passieren. Die Seenplatte ist im Winter Gastgeber für Saat- und die Blässgans (Anser fabalis, A. albifrons), den Silberreiher (Casmerodius albus) und den Zwergsäger (Mergus albellus), und auch für die Krickente (Anas crecca), die Tafelente (Aythya ferina) und die Schellente (Bucephala clangula).

Abwechslungsreich gestaltete Uferzonen mit Röhrichten und offenen Spülsandflächen sowie unterschiedliche Wassertiefen sorgen dafür, dass Schwarzkopfmöwe (Larus melanocephalus), Kormoran (Phalacrocorax carbo) Löffelente (Anas clypeata) und Fluss-Seeschwalbe (Sterna hirundo) geeignete Brutplätze finden.

Alle diese Tiere sind sehr störungsempfindlich. Das Naturschutzgebiet darf daher nur auf den im Gelände gekennzeichneten Wegen betreten werden. Hunde sind das ganze Jahr über an der Leine zu führen.

Seit Juni 2001 gehört der gesamte Bereich des Naturschutzgebiets als Europäisches Vogelschutzgebiet V 43 „Wesertalaue bei Landesbergen“ zum ökologischen Netz Natura 2000*.

Darüber hinaus befinden sich hier wichtige Jagdgebiete der Teichfledermaus (Myotis dasycneme), die im Januar 2005 unter der Kennung 289 „Teichfledermaus-Gewässer im Raum Nienburg“ als FFH-Gebiet* an die Europäische Union gemeldet wurden.

*Natura 2000 ist ein zusammenhängendes ökologisches Netz von Schutzgebieten in Europa. Natürliche und naturnahe Lebensräume und gefährdete wildlebende Tiere und Pflanzen sollen hier geschützt und erhalten werden. Das Netz Natura 2000 besteht aus Gebieten gemäß der FFH-Richtlinie (FFH-Gebiete) und der EG-Vogelschutzrichtlinie (Vogelschutzgebiete), wobei sich beide Gebietskategorien durchaus auch überlappen können. Das Kürzel FFH steht dabei  für Fauna = Tierwelt, Flora = Pflanzenwelt, Habitat = Lebensraum von Tier- und Pflanzenarten.

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