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Ev.-luth. Kirche zu Estorf

Adresse

An der Kirche 1
31629 Estorf, Ecke Alte Dorfstraße
Telefon: 05025 265
Telefax: 05025 8218
Website: www.kirchenmusik-estorf.de

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Öffnungszeiten

Mai bis September
10 bis 12 und 14 bis 16 Uhr

Weitere Informationen

Estorfer Kirche

Estorfer Kirche

Die 1696 gebaute Estorfer Kirche ist wegen ihrer komplett erhaltenen, derb-naiven Ausmalung weithin einmalig. Ein besonderes Schmuckstück ist außerdem der barocke Kanzelaltar. Zur Ausstattung der Kirche gehört zudem eine Orgel aus dem Jahr 1840, die bis heute im Original erhalten ist. 

Nähert man sich dem Dorf Estorf, so ist schon aus der Ferne der Ende des 19. Jahrhunderts nach Plänen des hannoverschen Consistorialbaurats Haase erbaute neogotische Turm der Ev.-luth. Kirche zu Estorf zu sehen. Dieser Turm ersetzte entsprechend dem damaligen Zeitgeschmack seinen baufällig gewordenen Vorgänger aus Holz. Wirkt die 1696 erbaute Kirche mit ihrem eigenwilligen Fachwerk und dem nicht ganz dazu passen wollenden Kirchturm von außen doch dörflich schlicht, so birgt der Innenraum eine kaum zu vermutende Schönheit! Die gesamte Kirche ist eine Stiftung des einstigen Celler Vize-Kanzlers Weipert von Fabrice. Dessen Frau stiftete aus ihrer „Privatschatulle“ die prächtige barocke Ausstattung des Kirchenraumes, die nahezu unversehrt erhalten ist. Neben dem Kanzelaltar sticht vor allem die bildliche Darstellung des Jüngsten Gerichts sofort ins Auge: in Anlehnung an die Kirche in Neuenfelde bei Buxtehude überspannt sie die gesamte Decke des Chorraumes. In ergreifender Schlichtheit weist auf dieser Darstellung Christus als Weltenrichter den Seelen ihren Ort an: den Bösen unerbitterlich die Verdammnis, den Gerechten die Auferstehung zum ewigen Leben. Die den Gottesdienst feiernde Gemeinde sitzt unter der Darstellung des Heiligen Geistes als Taube umrahmt vom figürlichen Reigen der zwölf Apostel, der die Decke des Kirchenschiffes säumt und mit Schriftbändern das Apostolische Glaubensbekenntnis bezeugt. Ein besonderes Kleinod findet sich auf der Westempore – dem ehemaligen Bauernboden – über den Bildern des Lebensweges Jesu: die im Originalzustand erhaltene spätbarocke Orgel aus der Werkstatt des hannoverschen Hoforgelbaumeisters Ernst Wilhelm Meyer aus dem Jahre 1839. Mit ihren der beginnenden Romantik entsprechenden elf Registern inkl. selbständigem Pedalwerk zwar eine kleine Orgel, aber dennoch die älteste im Originalzustand erhaltene Orgel der Region.

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